Schwerpunkte

  Schwerpunktthemen in ICT und Verlinkungen zu anderen Profilbereichen Caroline Rordorf

In einem ersten Schritt hat das Steering Committee auf Basis einer RWTH-weiten Befragung IKT-Kernthemen identifiziert, in denen die Hochschule besonders forschungsstark ist. Als Ergebnis wurden elf zentrale Forschungsbereiche formuliert.

 

Ein weiterer Schwerpunkt war die Erarbeitung der Anknüpfungspunkte und Überschneidungen mit anderen Profilbereichen. Informations- und Kommunikationstechnologien dringen als eine der Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts in nahezu alle Forschungsfelder der bestehenden Profilbereiche vor. Innovationen auf den Gebieten Algorithmik, Kommunikationsnetze, Wissensverarbeitung, Elektronik und Mikroelektronik haben einen Nutzen in vielen Anwendungsbereichen und bestimmen heute maßgeblich den technischen Fortschritt. Insbesondere der Bedarf an intelligenten Technologien und Systemen wächst stetig und erobert immer neue Einsatzgebiete. Verschiedenste Geräte und Maschinen werden zunehmend mit Funktionen (Sensoren, Aktoren und Software) ausgestattet, die es ihnen ermöglichen, Informationen zu erfassen, zu analysieren und auszutauschen, um eigenständig Aktionen auszulösen oder andere Systeme zu aktivieren. Intelligente Technologien bieten ein hohes Potenzial für die Optimierung der Effizienz, Effektivität, Zuverlässigkeit und Sicherheit in Prozessabläufen. Sie bilden damit die Grundlage für nachhaltigen und wirtschaftlichen Erfolg in nahezu allen Branchen, von denen insbesondere Medizintechnik, Energie-, Chemie- und Verfahrenstechnik, Produktionstechnik sowie Mobilität und Verkehr zu nennen sind.
Innovationen auf dem Gebiet intelligenter Systeme stellen enorme Anforderungen an Forschung und Entwicklung, da eine Vielzahl von Komponenten mit unterschiedlichen Technologien und Materialien integriert und aufeinander abgestimmt werden müssen. Neben den technischen Aspekten sind gleichermaßen gesellschaftliche Kriterien wie Akzeptanz, Usability und Schutz der Privatsphäre zu berücksichtigen. In Hinblick darauf ist ein hohes Maß an interdisziplinärer Zusammenarbeit erforderlich – auch über die Fachgebietsgrenzen der Profilbereiche hinaus. Exemplarisch für kooperative Forschungsinitiativen ist der gemeinsame Aufbau eines Kompetenzzentrums für Mobilität und Verkehr an der RWTH Aachen. Hier eröffnet der Einsatz moderner Kommunikationstechniken (z.B. LTE, DSRC, Car2Car, Car2X) weitreichende Möglichkeiten in der Gestaltung nachhaltiger Mobilität. Insbesondere bei der Entwicklung von Fahrerassistenzsystemen sind kommunikationsgestützte Infrastrukturen für Selbstkontrollfunktionen und adaptive Sicherheitssysteme (z.B. AEB=Autonomous Emergency Brake Systems, VRU=Vulnerable Road Users) entscheidend.

Des Weiteren wurde zur Vertiefung und Bündelung der Forschungsaktivitäten des Profilbereichs ICT eine Serie themenspezifischer Workshops gestartet. Im April 2014 fand auf Initiative von Prof. Sabina Jeschke ein Strategie-Workshop zum Einsatz computergestützter Verfahren und zur systematischen Verwendung digitaler Ressourcen in der erweiterten humanwissenschaftlichen Forschung statt. Etwa 30 Instituts- und Lehrstuhlinhaber aus allen Fachbereichen der RWTH Aachen diskutierten insbesondere über die begriffliche Einordnung der „Digital Humanities“ respektive „eHumanities“ im engeren Sinne hin zu einem breit gefassten Begriff der „Digital Societies bzw. eSocieties“. Letzterer umfasst neben der humanwissenschaftlichen Forschung auch sozial- und gesellschaftswissenschaftliche Aspekte und deren Anwendung vor allem in den Ingenieurwissenschaften, den Planungswissenschaften und der Medizin. Abschließend wurde ein Konzept für die weitere interdisziplinäre Zusammenarbeit erarbeitet, um innerhalb des Themenkomplexes bereits vorhandene inhaltliche und methodische Schnittmengen als Basis für zukünftige Projekte zu identifizieren.

Die nächsten Workshops behandeln unter anderem die Schwerpunktthemen Visual Computing, Multimedia (Prof. Ohm), Quantum Computing (Prof. DiVicenzo), cyberphysische Systeme (UMIC, Prof. Kowalewski). Aus den Ergebnissen der Workshops wird eine strategische Roadmap entwickelt, die neue, zukunftsorientierte Forschungsvorhaben und Kooperationen des Profilbereichs ICT aufzeigt.